Hexenverfolgung in Norden Norwegens
Das 17. Jahrhundert ist in europäische Kulturgeschichte ein sehr bewegtes Zeitalter. Es beinhaltet eine Menge gesellschaftlich, politisch und religiöse Wandel. Aber auch die unerklärlichen klimatischen Folgen wie die kleine Eiszeit prägten den Hunger durch misslungenen Ernten. Führten zum Grundnahrungsmittel Rückgang, dass für den Menschen existenziell wichtig war. Die Wirre des dreißigjährigen Krieges, sowie die Folgen der Pestepidemie haben Angst und Schrecken in der europäischen Gesellschaft hinterlassen.
Aus dieser dramatisierten Gesellschaft mit einer sehr geringen Bildung, entwickelte sich eine Neigung, die durch Wunder oder Zauber sowie Hexerei aus dieser aussichtslosen Situation zu entziehen. Das würde bedeuten das die Autorität des Königs sowie die ethischen Grundwerte der Kirche bezweifelt werden konnten. Dieses wurde in der damaligen christlichen Welt Europas als Abtrünnigkeit von dem wahren Glauben gesehen. Somit mussten diejenigen die als Hoffnungsträger mit der Magie aushelfen glaubten und auch diejenigen die Ihnen Interesse widmeten mit der Hexerei beschuldigt. Ganz im Interesse der Machthaber und der Kirche wurden diese Ausschweifungen in der Bevölkerung festgestellt und mit der Hexenverfolgung zu Schau gestellt. Als Abschreckung hingerichtet. Die Kirche begründete diese als jene die mit dem Satan ein Pakt geschlossen zu haben. Zur Abertausenden endete das Schicksals vieler auf den Scheiterhaufen, oder sie erlitten ihr Leben unter grausamen Folter mit dem Vorwand den Satan aus ihnen heraus zu treiben.
Es ist heute schwer verständlich, dass im nördlichen Raum Europas Finnmark eine solche Verfolgung von dem dänisch norwegischen König Christian IV befohlen wurde. Vermutlich sind es mehrere Ereignisse sowie das schwer von Aberglauben geprägte Lebensart der Menschen. Die naturbezogene Lebensform der Samen im Norden, ist ein Indiz für das damalige Urteil. An dessen Folgen schriftlich nachweisbar 100 Männer und Frauen wegen Hexerei angeklagt und verurteilt wurden. Wenn man überlegt das im 17. Jahrhundert etwa 3000 Menschen in Finnmark lebten und weitere vorfalle in Skandinavischen Ländern nicht bekannt sind, wird eine Folgerung umso schwieriger.
Nicht nur der Aberglaube, sondern auch die Sagen und Legenden sind heute einteilen der norwegischen Erzählungen. Die Überlieferung von einem Geistlichen im 17. Jahrhundert zur Folge soll der Satan durch ein Loch im Berg ein und ausgeflogen sein. Der Weg zur Hölle ist löcherig. Versucht man diese Aussage mit der Landschaft von Vardo zu vereinen, könnte man durchaus machen. Das so genannte Satans Loch könnte einer der Martins oder Drachenhöhle sein. Diese dunklen Höhlen an den Hügeln sind mit Stalaktiten die erst Schmelzwasser bildete recht rätselhaft und mysteriös. Hier am Ende der Welt das kann nur Forte des Satans sein. Wir können annehmen das die Abgeschiedenheit dieses Ortes und die volkstümliche Überlieferung anders gewesen ist für die Beauftragung und Vollstreckung der Hexenverfolgung in Finnmark. Es brauchte nur eine Langanhaltende Unwetter oder ein Schlechte Fisch fang anlas gewesen zu sein für, dass man den Satan und seine Komplizen vor Ort verantwortlich hielt. Es gibt schriftlich überlieferte vielen Beispielen.
Wie das Schicksal von Elsebe Knudsdatter, verheiratete Frau, wohnhaft in Kiberg, denunziert von ihren Nachbarn, an Händen und Füßen gefesselt, ins eiskalte Polarwasser geworfen und wieder herausgefischt, hatte am Ende keine Kraft mehr. Also gestand sie. Ja, sie habe den verstorbenen Henrich Meyer verzaubert. Ja, sie habe das Unwetter heraufbeschworen, in dem viele vor Kiberg ertrunken waren. Ja, sie habe den Bauch von Oluf Schwede wie Feuer brennen lassen, bis dieser seine Schulden beglich. Und, ja, sie habe Blitz und Donner zu Oluf Jacobsen geschickt, weil der ihrem Mann nicht dienen wollte. Viermal Ja – und kein bisschen wahr.
Alle angeblichen Schandtaten der Elsebe Knudsdatter sind festgehalten in Gerichtsfolianten aus dem 17. Jahrhundert, aufbewahrt im Norwegischen Staatsarchiv von Tromsø. Der Prozess in der Festung Vardøhus war kurz. Am 27. Januar 1621 starb die verurteilte Hexe Elsebe Knudsdatter auf dem Scheiterhaufen, neben ihr verbrannten elf weitere Frauen.
