Das Leben im Pasvik.
Thor Heyerdahl sagte einst „die Grenzen der Nationen und Länder sind nur in den Köpfen der Menschen und auf den Landkarten gezogen“.
Dieses trifft an der nordöstlichsten Region Norwegens im Pasvik Tal am meisten zu. Denn der in dem heutigen Nordfinnland Inari See entspringende Pasvik Fluss, ist seit 1824 der Grenzfluss zwischen Russland und Norwegen. Dieser Fluss fließt durch ein Flusstal der heute drei Grenzländer berührt. Norwegen, Russland, Finnland.
Doch bevor die Grenzen gezogen wurden, lebten hier Menschen die unter geringfügigen Existenzgrundlagen aus ihrem Lebensraum zum Pasviktal kamen. Zu den ältesten dieser Bewohner der Region zählen die Samen. Die Samen lebten hier in den sogenannten „SİİDAS“.
Siidas, sind eine Form von Lebensgemeinschaft die aus verschiedenen Familien besteht. Zusammenhalt und Unterstützung im Interesse der Siidas ist eine der Hauptgründe des Zusammenlebens.
Diese Samen Gruppierungen führen ein Nomadenleben und wandelten zwischen Sommer und Winter je nach Zug ihrer Rentiere von denen sie abhängig sind. Das Weideland der Rentiere und Fischvorkommen in den Flüssen sowie an der Küste bildete für sie die Existenzgrundlage. So führten sie ein außergewöhnlich anspruchsvoller Überlegungskampf mit dem rauen Klima.
Doch die Grenzen die Anfang 19. Jahrhundert gezogen wurden sind für diese Samen eine Einengung ihres Lebensraumes. So müssen zum Beispiel heute die NEİDEN SİİDAN ihre Sommerquartiere die in Norwegen Neiden sind, mit den Rentieren verlassen und ein Grenzübergang passieren um ihre überwitterungsquartiere in Finnland zur erreichen. Wobei sie norwegische Staatsbürgerschaft haben.
Die PASVİK SİİDA nutzten die beiden Küstenstreifen der Pasvik Flusses, wobei heute die Westseite Norwegen und die Ostseite Russland gehört. Die Nachfahren der Pasvik Siida mehrheitlich in Finnland lebten.
Die PETSJENGA SİİDA blieben nach der Grenzbestimmung in Russland und sind heute russische Staatsbürger.
In allem lebten die Samen aber von der Jagd und von dem Fischreichtum der Flüsse ein fast schon heiliger Fluss ist für sie der Pasvik Fluss der heute ein Grenzfluss ist. Infolge der Grenzteilung verloren diese Samen ihren natürlichen Recht dass nationale Bestimmungen und Nutzung der regionalen Fisch Gründe.
Die Ost sami in der PASVIK SIIDA verlor ihre Fischereirechte in den norwegischen Fjorden Bokfjorden und Jarfjord im Jahre 1924. Sie lebten damals in Finnland. Norwegen und Finnland stimmten darin überein, dass Norwegen die Fischereirechte für 12.000 Goldkronen kaufen könne. Norwegen war nicht daran interessiert, die Pasvik siida in norwegischen Fjorden zu haben. Der Ost sami hatte keine wirkliche Möglichkeit, dies zu verweigern.
Die Kultur des Ostsamis wurde zum Opfer der Politik, der Grenzordnung und der Kriege der Nationalstaaten. Ihre alten Lebensformen mit saisonalen Siedlungen und dem siida-System hatten keinen Platz in einer modernen Welt. Finnland entwickelte das Gebiet von Petsamo und der Druck auf den Ostsami erhöhte sich. Es wurde schwierig, die saisonalen Migrationen aufrechtzuerhalten.
Viele Ostsami ließen sich endlich in Boris Gleb nieder. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gebiet Teil der Sowjetunion, während der Ostsami in der Pasvik siida die finnischen Bürger blieb.
Allen voraus, ist das gewohnte Leben der Urahnen die Anfang August und bis zum ersten Schnee fiel sich im Pasvik Fluss aufhielten, danach gingen die Ostsami südwestlich nach Russland für die Eisfischerei für etwa einen Monat. Von dort aus fuhren sie zum Svanvik-Gebiet für den Winter und dann nach Boris Gleb zu Ostern. Danach gingen sie zu den Fjorden zum Fischen.
Heute leben die Ostsami hauptsächlich in Norwegen, Finnland und Russland. Die meisten Mitglieder der Pasvik siida entschieden sich, sich nach dem Zweiten Weltkrieg in Finnland niederzulassen; Die Alternative war die Sowjetunion. Es gibt auch Nachkommen der Pasvik siida in Norwegen. Dann, wie jetzt, gab es Ehen über Grenzen, Länder und Kulturen. Viele Ost sami sammeln jährlich für orthodoxe Gottesdienste in Neiden, Sevettijärvi oder Boris Gleb. Auf der norwegischen Seite ist das Ost samische Zentrum Neiden, und jedes Jahr findet in der St. Georgskapelle ein Gottesdienst statt.
Die Kvenen:
Die Einwanderung in den Pasvik Tal, Anfang 19. Jahrhundert wurde von Finnen aus Nord Finnland unternommen. Die Finnen die auch Interesse für jagen und Fischen zeigten waren alle Jahre wieder unterwegs an die Küste. Dort wurde hauptsächlich Kabeljau und Köhlerfisch gefangen. Dabei streiften sie das Pasvik Tal. Sie ließen sich im Tal Mitte 19. Jahrhundert nieder, und führten ein Kulturaustausch mit der lokalen Bevölkerung.
Sie machten Kleinbetriebe, hatten Kinder und lebten wie die anderen Leute im Tal. Ein Stück Land, ein paar Rinder, Schafe und Rentiere, Angeln im Fluss und Meer, Beeren und Holz aus den Wäldern bildeten einen Lebensunterhalt.
In den 1800er Jahren nutzten die norwegischen Behörden den Namen kven für alle, die aus Finnland kamen, um Einsiedler zu unterscheiden. Heute wird dieser Begriff Kvenen als diskriminierend gesehen und mehr Bevölkerung mit finnischem Ursprung oder dass sie finnische Wurzeln gedeutet. 1996 wurde kven in Norwegen als Minorität anerkannt. Es gibt für sie heute Schulen, sie können Kultur und Sprache ausleben und gehörten zum Pasvik Tal Bewohner.
